Wie sieht es aus, das Berufsbild für Online-Redakteure? Ein einheitliches Berufsbild gibt es wie in allen journalistischen Berufen nicht. Wohl aber gibt es flexible, gut ausgebildete Online-Redakteure, die sich in mehreren Aufgabenprofilen zurechtfinden: Sie können im Webdesign mitreden, beherrschen Bildbearbeitung und Animation, und helfen bei Web-Strategie und Suchmaschinenoptimierung. Gewisse Anforderungsprofile sind also vorhanden.
In den letzten Jahren, seit dem Siegeszug der sozialen Netze, geistern viele Begriffe rund um den Begriff des Online-Redakteurs. So gibt es Content-Manager, Blogger, Web-Projekt-Manager u.va.
Häufig wird als Oberbegriff der Online-Journalist herangezogen, wobei ein Online-Journalist in der Regel für Medienunternehmen arbeitet. Online-Redakteure sind auch häufig für den Web-Auftritt eines Unternehmens verantwortlich. So gibt es für alle diese Begriffe Überschneidungen, aber auch Abgrenzungen.
Die wichtigsten Begriffe sind:
- Blogger – früher häufig Privatinitiativen. Inzwischen wird häufig professionell gebloggt. Viele Prominente, egal ob Politiker, Fußballspieler oder Fernsehmoderator, lassen ihre Blogs von professionellen Schreibern kreieren.
- Content-Manager – er sollte problemlos ein Content-Management-System installieren und verwalten können. Der CM wird häufig als Administrator für das Web-CMS oder das Enterprise-CMS eingesetzt. Er kann, aber muss nicht, auch für redaktionelle Aufgaben herangezogen werden.
- Web-Projekt-Manager – da hat wohl jemand versucht den Content-Manager anders zu beschreiben.
Hier sei zu erwähnen, dass es einen Content-Manager-Print nicht gibt. Auch wenn der Begriff fälschlicherweise manchmal verwendet wird.
Wie auch bei anderen journalistischen Berufen ist die Berufsbezeichnung des Online-Redakteurs weder geschützt, noch ist ein Ausbildungsweg festgelegt. Doch es gibt gewisse Anforderungsprofile. Ein Online-Redakteur sollte Grundkenntnisse der erforderlichen Techniken und Software haben. Neben der Erstellung und Pflege der Inhalte, wird der sichere Umgang mit dem jeweiligen Redaktionssystem (CMS) vorausgesetzt. Neben sozialer Kompetenz und gutem Allgemeinwissen, gehören kreatives Denken und Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge zum Anforderungsprofil.
Weiterhin werden Fertigkeiten mit professionellen Bildbearbeitungsprogrammen wie Adobe-Photoshop sowie sehr gute Kenntnisse der neuen Medien und deren Einsatzmöglichkeiten erwartet. Zudem sollten Online-Redakteure über gute analytische und konzeptionelle Fähigkeiten, eine sichere Ausdrucksweise, ein ausgeprägtes Organisationstalent und natürlich sichere Rechtschreibkenntnisse verfügen.
Online-Redakteure sind nicht primär für die technischen Zusammenhänge zuständig, fundierte Programmierkenntnisse werden nicht erwartet. Stattdessen werden, insbesondere außerhalb der Medienunternehmen, Kunden- und Serviceorientierung zu einem wichtigen Faktor. Aktuelle und interaktive Internetauftritte dienen zunehmend der Kundenbindung.
Welche Wege führen zum Beruf? Im Prinzip stehen hier zwei Möglichkeiten zur Wahl. Zum einen erlangen Sie durch eine Weiterbildung als Online Redakteur an privaten und öffentlich geförderten Einrichtungen den Beruf, zum anderen können Sie direkt mit einem Studium an einer Hochschule in den Bereichen Online-Journalismus oder Online-Redaktion die begehrte Berufsausbildung beginnen.
Die Berufsaussichten für Online-Redakteure sind aufgrund der stetigen Wandlung und Expansion des Internets, sowie das Zusammenwachsen von Online-Print- TV- und Hörfunkmedien durchaus positiv.
Einen Einblick in den Tagesablauf einer Online-Redaktion gibt Franziska Seybold, Redakteurin bei taz.de