Ausbildung

altes buchOnline-Redakteure sind begehrt, aber mit der Ausbildung hapert es

 

…so schrieb die ZEIT ONLINE im Jahr 1998. Doch wie sieht es heute aus?

Die Hochschule Darmstadt lässt den Diplom-Studiengang “Online-Journalist” auslaufen. Ersatzweise wird jetzt der Studiengang “Online-Journalist Bachelor of Arts” angeboten.

Der Bachelor-Studiengang der Fachhochschule Köln “vermittelt sämtliche Fähigkeiten, die ein Online-Redakteur im beruflichen Alltag braucht. In sechs Semestern werden journalistische Kompetenz, Kenntnisse in Design und Web-Technik sowie die theoretischen Grundlagen des Berufs erlernt.” Studienabschluss: Bachelor of Information and Communication Science.


Die Seminare für Online-Redakteure sind so vielseitig wie der Beruf selbst. Diverse Institute und Fernschulen buhlen um die zahlende Kundschaft. Doch es gibt auch geförderte Seminare. Einen interessanten, und stets aktuellen Überblick bietet das Kursnet der Arbeitsagentur. Die meisten Ausbildungen berücksichtigen das Zusammenwachsen der klassischen und der neuen Medien.

Bei der Wahl des Bildungsistitutes sollte neben der inhaltlichen Ausrichtung auch die Art des Seminars berücksichtigt werden. Die klassische Form ist der Präsenzkurs, Teilnehmer und Dozent sind anwesend. Seit vielen Jahren gibt es Fernlehrgänge von renomierten Bildungsträgern. Relativ neu ist das Online-Lernen. Die Teilnehmer besuchen die Raume des Institutes in Ihrer Stadt, die Kommilitonen können in ganz anderen Städten am Seminar teilnehmen, die Lehrkraft arbeitet vom Homeoffice oder einem heimatnahen Standort und alle treffen sich im virtuellen Raum.Doch auch bei den geförderten Kursen sollten die Teilnehmer vorher checken ob das Seminar individuell passt. Einige erfahrene Online-Redakteure haben eine Checkliste entworfen, die Sie auch als PDF herunterladen, ausdrucken, und mit dem Arbeitsvermittler oder mit einem Vertreter eines Bildungsinstitutes besprechen können.


Checkliste – Welche Minimalvoraussetzungen sollte eine Fort- oder Weiterbildung zum Online-Redakteur bieten?

  • Textwerkstatt
    Erfahrene Journalisten können ihr Wissen auffrischen, andere bekommen journalistische Grundkenntnisse vermittelt.
  • Texten für das Internet
    Texte im Internet müssen vom Menschen leicht verständlich aufgenommen werden, das ist klar. Doch werden diese Texte auch von Suchmaschinen-Spider oder anderen Robotern gelesen. In diesem Bereich gibt es viel zu beachten.
  • HTML/CSS
    Online-Redakteure sind keine Techniker oder Programmierer. Dennoch sind Grundkenntnisse dieser beiden Skriptsprachen wichtig, auch wenn Templates eines CMS angepasst werden sollen. Bei Webbasierten Seminaren sollten Sie sich vom Bildungsträger bestätigen lassen, dass das jeweilige Schulungsprogramm spitze, geschweifte und eckige Klammern beherrscht <> {} [].
  • Dreamweaver
    Ein professioneller Generator zur Erstellung von Websites. Für die Erstellung von Templates für CMS ist ein solches Programm nahezu unverzichtbar.
  • Adobe InDesign
    Warum InDesign? Ist doch ein Programm für Printmedien…werden hier einige einwerfen. Aber haben Sie schon an Onlineausgaben diverser Zeitschriften gedacht? Wie sollen die auf dem Smartphone oder Tablet wie iPad landen. InDesign oder ein ähnliches Produkt ist inzwischen auch für Online-Redakteure unverzichtbar.


  • Adobe Photoshop
    Der Klassiker unter den Bildbearbeitungsprogrammen. Es gibt wohl keine professionelle Redaktion oder Agentur, welche dieses Programm nicht benutzt. Ein gutes Handling mit Photoshop wird von  den Bewerbern erwartet, und erhöht die Chancen für einen guten Job.
  • Flash
    Mit Einführung von HTML5 und CSS 3 hat Flash angeblich an Bedeutung verloren. Experten warnen davor Flash zum heutigen Zeitpunkt zu vernachlässigen. Daher sollten zumindest Grundlagen für einfache Animationen vermittelt werden.
  • Soziale Netzwerke (Web 2.0)
    Wie können Flckr, Xing, Facebook, YouTube oder andere Netze für meine Zwecke eingesetzt werden? Welche Verbindungen gibt es zu den klassischen Medien. Videos für YouTube erstellen und in die Website einbauen, sollten Online-Redakteure können.
  • Content-Management-System
    Von Medienbetrieben und Agenturen  wird meist der Umgang mit Typo3 erwartet. Die c´t-Sonderausgabe “Webdesign” nannte Typo3 sogar den Contentkönig. Für Online-Redakteure ist die Arbeit als „Redakteur“ interessant, nicht jedoch die administrativen Aufgaben. Siehe auch Buchtipp: Typo 3 – Handbuch für Redakteure.  Anders, aber ähnlich vielseitig sind die Systeme Drupal, Joomla und WordPress. Word-Press war ein Blog-System, welches sich zu einem brauchbaren CMS, insbesondere für kleinere und mittlere Seiten,  entwickelt hat.  Für Medienhäuser, Agenturen oder Medienabteilungen größerer Firmen ist WP nur von wenig Interesse.